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Issue #074 Min Jin Lee: „Pachinko wurde zur strukturierenden Metapher für meine Story“
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Min Jin Lee Pachinko essay: images of Pachinko parlours in Japan throughout history Tokyo (1952) © Margaret Bourke-White/The LIFE Picture Collection; Tokyo (2014), Alamy; Tokyo (1954), Getty; Tokyo (2018) © Poppy Roy

Min Jin Lee: „Pachinko wurde zur strukturierenden Metapher für meine Story“

Das Buch des Monats des Service95-Buchclubs für den Monat Juli ist Ein einfaches Leben von Min Jin Lee. Anhand des Schicksals von vier Generationen einer Familie erzählt es die Geschichte von Koreaner*innen in Japan – während der Kolonialzeit, zwei Kriegen und der Nachkriegszeit. In diesem exklusiven Essay geht Lee auf das Pachinko-Spiel als zentrale Metapher des Romans ein und verrät, wie die Geschichten realer koreanisch-japanischer Menschen ihren Fokus für das Buch völlig verändert haben.

Der Arbeitstitel meines Romans über die koreanisch-japanische Bevölkerungsgruppe lautete zunächst „Motherland“, weil ich dachte, dass die Einwander*innen ihren Geburtsort als solches sehen würden. Ich schrieb einen Manuskriptentwurf, und als ich ihn mit den Augen einer Romanleserin prüfte, fand ich ihn ziemlich trocken und selbstgerecht. Das war sehr enttäuschend, denn ich hatte wirklich viel Zeit und Mühe in das Schreiben gesteckt. Aber ich wusste, dass es nicht funktionierte, also legte ich es weg. Ich schrieb einen weiteren Roman über koreanische Amerikaner*innen in New York [Gratisessen für Millionäre], der 2007 veröffentlicht wurd.

Im selben Jahr bekam mein Mann einen Job in Tokio. Eigentlich hatte ich keine Lust, mit unserem kleinen Sohn aus New York dorthin zu ziehen. Aber wir brauchten das Geld, und ich wollte, dass wir drei zusammen leben, also gingen wir schließlich doch mit. Nachdem ich mich mit Tokio vertraut gemacht hatte, fiel mir auf, dass es überall, wo ich hinkam, in der Nähe fast jeder U-Bahn-Haltestelle und jedes größeren Einkaufsviertels Pachinko-Hallen gab.

Archvie image of Pachinko Parlour in Kyoto
Kyoto (1978), Getty Images

Pachinko ist eine Art vertikales Flipperspiel, das ziemlich einfach ist. Je nach Gerät funktioniert es durch Berührung, Drücken eines kleinen Hebels oder Drehen einer Wählscheibe. Erwachsene spielen Pachinko, indem sie die Maschine mit kleinen Metallbällen füttern, und je nachdem, wie die Kugeln durch das vertikale Labyrinth kullern (das mit Stahlstiften versehen ist, die den Lauf der Kugel verändern), gewinnt oder verliert man. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Spiel von fahrenden Händlern, die zu Festen reisten oder die Automaten von Dorf zu Dorf trugen, zu etablierten Geschäften mit Dutzenden oder sogar Hunderten von Automaten. Zu Beginn gewannen Kinder Süßigkeiten oder Spielzeug, doch nach und nach wurde Pachinko zu einem Glücksspiel für Erwachsene.

Man servicing pachinko machine in pachinko parlour, Japan
Tokio (1997), Gerhard Joren

Da Glücksspiele mit Bargeld in Japan größtenteils illegal sind, erhalten die Spieler*innen Wertmarken in Form von Waschseife, Zigaretten, Handtaschen oder Plastikkarten mit eingeschweißten Edelmetallen. Um die Illegalität zu umgehen, werden diese Bons außerhalb des Geschäfts in Bargeld umgetauscht. Lange Zeit wurde das Spiel mit dem organisierten Verbrechen und Steuerbetrug in Verbindung gebracht und als etwas Schlechtes für die Gesellschaft angesehen. Seit den 1990er-Jahren wird die Branche, die Hunderte von Milliarden Dollar wert ist, von der japanischen Regierung stark reguliert, wodurch Schluss war mit der Illegalität.

Die ersten Pachinko-Hallen waren zunächst fest in japanischer Hand. Da dieses lukrative Geschäft jedoch als eher unseriös und anrüchig galt, wurden Nicht-Einheimische eingestellt, wenn keine japanischen Angestellten gefunden werden konnten. Pachinko war eine der wenigen Branchen, in der koreanische Menschen, die sonst gesellschaftlich, rechtlich und beruflich diskriminiert wurden, arbeiten durften und teils sogar erfolgreich sein konnten.

Archive image of people playing Pachinko in Japan
Tokio (1954) © Margaret Bourke-White/The LIFE Picture Collection

Als ich 2007 in Japan lebte, beschloss ich, das Manuskript „Motherland“ zu überdenken. Ich interviewte Koreaner*innen und fand heraus, dass fast alle ein Familienmitglied hatten, das schon einmal in einem Pachinko-Salon gearbeitet hatte. Ich besuchte die Spielsalons, befragte die Besitzer*innen und befasste mich mit den Maschinen, von denen es unzählige Versionen gibt. Dabei geht es in meinem Roman nicht um Pachinko an sich. Ganz und gar nicht. Aber das Spiel und seine Kultur haben mein Denken über die koreanisch-japanischen Menschen mit ihrer einzigartigen und komplexen Migrationsgeschichte stark beeinflusst.

Pachinko wurde zur strukturierenden Metapher für meine Story. Ich wollte die Idee erforschen, dass das Leben wie der Versuch ist, ein Spiel zu gewinnen, das möglicherweise so konzipiert wurde, dass die Spieler*innen verlieren. Die in Japan lebenden Koreaner*innen wurden extrem verfolgt – sowohl als Kolonialpersonen von 1910 bis 1945 als auch als Staatenlose, denen jegliche Art von rechtlichem Schutz entzogen wurde und die im Endeffekt ihre Heimat verloren hatten, weil es nicht einfach war, in ein vom Krieg zerrissenes, zweigeteiltes Land zurückzukehren.

Man smoking in Pachinko Parlour Japan
Tokio (1979), Image Press

Wie können Immigrant*innen, Migranten*innen, Geflüchtete und Zwangsarbeiter*innen, die Kolonialismus, Imperialismus, den Pazifikkrieg (1941–45) und den Koreakrieg (1950–53), diskriminierende Gesetze und soziale Ausgrenzung erlebt haben, weiterleben, Familien gründen und ihre Ziele verfolgen?

Es dauerte nicht lange, bis mir klar wurde, warum der Denkansatz von „Motherland“ nicht funktionierte. Das Manuskript war zwar sachlich korrekt, erfasste aber nicht die Zufälligkeit und das Schicksal der einzelnen Leben angesichts der strukturellen Ungleichheit. Also verwarf ich es und begann von vorn, weil ich merkte, dass diese Leben zwischen den Gesetzen und historischen Ereignissen gelebt wurden. Ich fühlte mich in das echte Leben der koreanisch-japanischen Menschen ein, mit ihrem Streben, ihren Gefühlen, ihren Problemen und ihren unsterblichen Wünschen.

Als ich die Stimmen der koreanisch-japanischen Menschen hörte, als ich die Orte besuchte, an denen sie lebten, arbeiteten und zur Schule gingen, als ich begann, ein wenig von dem zu erfahren, was sie in diesem faszinierenden Land fühlten, das sie Heimat nannten, wurde mir klar, dass sie voller Liebe, Glauben, Sorgen, Unzufriedenheit, Freude, Humor und Hoffnung waren. Wie wir alle versuchten Sie jeden Tag, auf anständige Weise in einer herzlosen Welt zu bestehen, und lebten trotzdem mit ganzem Herzen weiter. Deshalb habe ich beschlossen, das Buch im englischen Original Pachinko zu nennen.

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