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Issue #048 Löst unser Essen eine Krise der mentalen Gesundheit aus?
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Löst unser Essen eine Krise der mentalen Gesundheit aus?

Über die Hälfte der Lebensmittel im Vereinigten Königreich sind mittlerweile hochverarbeitet, in den USA sogar 73 % – und der Trend setzt sich fort. Ein Bericht zeigt: Wenn Länder reicher werden, werden dort mehr hochverarbeitete Lebensmittel gegessen – also Lebensmittel mit langen Listen wissenschaftlich klingender Inhaltsstoffe, statt naturbelassene Produkte, die auch als solche identifizierbar sind. Zur selben Zeit leidet laut Weltgesundheitsorganisation eine von acht Personen weltweit an einer psychischen Störung. Gibt es da etwa einen Zusammenhang? Das meint Kimberley Wilson, approbierte Psychologin im Vereinigten Königreich und Autorin des in Kürze erscheinenden Buchs Unprocessed: How The Food We Eat Is Fuelling Our Mental Health Crisis. „Es gibt keine einzige Untersuchung, die besagt, dass hochverarbeitete westliche Lebensmittel gut für die Psyche sind. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln steht im Zusammenhang mit mehr Depressionen, stärkeren Angststörungen und einem größeren Risiko, an Alzheimer und Demenz zu erkranken“, sagt sie. 

Für bestimmte Nährstoffe wurde nachgewiesen, dass sie den Schlaf verbessern und Stress, Depressionen und Ängste lindern. Da ist die Annahme naheliegend, dass der Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel, denen im Herstellungsprozess Nährstoffe entzogen werden, die Risiken für die mentale Gesundheit erhöhen. „Das Gehirn besteht aus Nährstoffen“, erklärt Wilson. „Es funktioniert, indem es chemische Signale sendet, und diese Chemikalien – Serotonin, Dopamin, Citicolin – werden aus Nährstoffen gewonnen. Durch den Genuss von mehr hochverarbeiteten Lebensmitteln werden per Definition nahrhaftere Nahrungsmittel ersetzt.“ Professor Adrienne O’Neil, Co-Direktorin des Food & Mood Centre in Australien (einem Land, in dem hochverarbeitete Lebensmittel 42 % der durch Ernährung gewonnenen Energie ausmachen), ist der Ansicht, dass sich die negativen Auswirkungen auf die psychische Verfassung auf die „entzündungsfördernden Eigenschaften“ dieser Lebensmittel zurückführen lassen und eine entzündungsfördernde Ernährung mit einem höheren Depressionsrisiko zusammenhängt. Dr. Adam Drewnowski, ein weltweit anerkannter führender Wissenschaftler für die Erforschung sozialer Unterschiede in Bezug auf Gesundheit und Ernährung, bezeichnet das als Teufelskreis: „Die Ernährungsqualität wirkt sich auf die mentale Gesundheit aus, und die Wahl der Ernährung hängt wiederum vom geistigen Wohlbefinden ab“, erklärt er und fügt hinzu, dass „insbesondere Stress zu schlechten Entscheidungen beim Essen führen kann“. Mit anderen Worten: Wir stecken in einer schädlichen Falle.

Natürlich liegt es an uns, was wir essen. Wilson hält dagegen: „Der Großteil der Faktoren, die darüber entscheiden, was wir essen, sind gesellschaftlich bedingt.“ So gibt es in benachteiligten Gebieten im Vereinigten Königreich fünfmal mehr Fastfood-Restaurants als in wohlhabenden Bezirken, und 1,2 Millionen Leute leben landesweit in „Nahrungswüsten“, wo keine erschwinglichen frischen Lebensmittel zu bekommen sind. Es ist auch eine Frage des Budgets: „Eine gesunde Ernährung ist drei- bis sechsmal so teurer wie eine, die auf hochverarbeiteten Lebensmitteln basiert“, sagt Wilson. Darum wird vernünftige Ernährung zum Privileg. „Was am meisten zählt, ist die Kaufkraft“, meint Drewnowski. „Es steht nicht allen dieselbe Auswahl zur Verfügung.“

Lebensmittelunternehmen geben zudem Jahr für Jahr Milliardenbeträge für Werbung aus. In Brasilien beispielsweise entfallen 91 % der geschalteten Werbungen im Nahrungsbereich auf hochverarbeitete Lebensmittel. Wilson zufolge soll diese Werbeflut menschliche Schwachstellen ausnutzen: „(Werbung) zielt auf unsere evolutionäre Programmierung ab, die uns sagt, dass wir das meiste aus jeder Nahrungsaufnahme herausholen, Lebensmittel mit hoher energetischer Dichte wählen und den größtmöglichen Nutzen bei möglichst wenig Energieverbrauch erzielen sollen.“ Und wenn wir schwach werden und sie essen, folgt eine chemische Reaktion: „Das Gehirn setzt diverse Substanzen frei, so auch Opioidpeptide“, sagt Drewnowski. Diese wirken im Hirn wie Drogen – sie docken an das Belohnungssystem an. Forscher*innen haben in der Tat bemerkt, dass hochverarbeitete Nahrungsmittel die Kriterien erfüllen, die eigentlich eine Kennzeichnung als süchtig machende Substanzen erforderten. Kein Wunder, dass wir am Haken hängen.

Megan Riddle, eine Psychiaterin am Eating Recovery Center in Denver, USA, sagt, dass die Art, wie wir essen, beileibe keine simple Wahl, sondern vielmehr „durch tief sitzende kulturelle und ethnische Unterschiede geprägt“ sei. Sie führt aus: „Essen ist sehr eng mit Kultur und Ethnizität verwoben, mit Macht und Unterdrückung. In historisch marginalisierten Gruppen gibt es ein höheres Maß an Nahrungsunsicherheit. Außerdem steigt das Bewusstsein für Essen als eine Form von Unterdrückung – damals wie heute.“ Sie betont, dass das, was allgemein als „ungesund“ bezeichnet wird, „Lebensmittel bestimmter ethnischer oder kultureller Gruppen stigmatisiert; die Vorurteile sind nicht auszumerzen.“ Für Wilson grenzt das an Victim Blaming. „Im Vereinigten Königreich müssen die Ärmsten bis zu 74 % ihres verfügbaren Einkommens für eine gesunde Ernährung aufbringen, die reichsten Haushalte nur 11 %. Das Argument, es handele sich hierbei um eine persönliche Wahl, ist eine Beleidigung.“

In dieser ernüchternden Statistik kommt O’Neil zu dem Schluss, dass „jene, die schwere psychische Erkrankungen haben, 10 bis 25 Jahre früher sterben als psychisch Gesunde“, und dass unser Essen einen großen Einfluss darauf nimmt. Unsere Nahrungssysteme werden von Politik, Macht und Profit beherrscht. „Ärmere Menschen in England sterben bis zu 10 Jahre früher als reiche [in den USA sind es knapp 15 Jahre], und das hat nichts mit persönlichen Entscheidungen zu tun, sondern damit, wo die Leute leben, was sie sich leisten können und welchen Einfluss die Umwelt auf die Gesundheit hat“, bemerkt Wilson. „Das weltweite Nahrungssystem muss sich ändern, aber eine kulturelle Änderung kommt nicht von Einzelpersonen. Wir brauchen neue Richtlinien – und nur Regierungen sind dazu imstande, diese durchzusetzen.“
Unprocessed: How The Food We Eat Is Fuelling Our Mental Health Crisis von Kimberley Wilson, Herausgeber WH Allen, kommt am 23. Februar 2023 in die Buchhandlungen.

Laura Potter ist freiberufliche Redakteurin, Schriftstellerin und Interviewerin und hat u. a. für The Observer Magazine, The Guardian’s Saturday Magazine, The Times Magazine, Women’s Health und Men’s Health geschrieben.

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