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Issue #043 Casi Wyn: Diese Dichterin hält die walisische Sprache lebendig
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Images of welsh poet Casi Wyn Carys Huws; Llenyddiaeth Cymru, Literature Wales

Casi Wyn: Diese Dichterin hält die walisische Sprache lebendig

„Zumindest aus englischer Sicht herrscht die Meinung vor, Walisisch sprechende Gemeinden schotten sich ab oder sind nicht einladend, weil Sprache etwas ganz Spezielles ist“, erzählt Casi Wyn – Sängerin, Mitgründerin des walisischen E-Journals Codi Pais und derzeitige Bardd Plant Cymru, ein Ehrentitel für Dichter*innen, die Kinder und Jugendliche an Poesie in walisischer Sprache heranführen. Wyn und ihre Arbeit sind der Beweis dafür, dass die walisische Identität und die Sprache, die diese definiert, nicht auf eine Nation beschränkt sind, sondern „alles zusammenhält – wir können die Welt nach Wales bringen und Wales in die Welt, das müssen nicht zwangsläufig zwei verschiedene Dinge sein“. 

Durch ihre Arbeit bei Roc Nation als Songwriterin lernte Wyn die Kraft der Lyrik und ihre eigene Muttersprache aus einer neuen Perspektive kennen. „Gemeinschaften sind komplexe Gebilde. Das gilt umso mehr, wenn diese Gemeinschaften untrennbar mit traumatischen Ereignissen in der nationalen Geschichte verbunden sind und die Sprache nur von einem geringen Teil der Bevölkerung gesprochen wird. Ich habe das Gefühl, Kunst und Poesie können den alten Schmerz, den Wales in sich trägt, ein wenig lindern.“

Dieser alte Schmerz lässt sich zurückdatieren auf das 13. Jahrhundert, als der letzte walische König Llywelyn ap Gruffudd vom englischen König Edward I. besiegt wurde (deshalb auch sein Beiname „Llywelyn der Letzte“) und der Ausdruck „Prince of Wales“ entstand. In den folgenden Jahrhunderten verlor die walische Sprache nach und nach immer mehr an Bedeutung. Während der Herrschaft der Tudors von 1485 bis 1603 in England und Wales wurde Wales vom englischen Verwaltungssystem geschluckt und verlor seine eigenen Traditionen. Ab jener Zeit wurde immer weniger walisische Literatur veröffentlicht (obwohl sie neben der lateinischen und griechischen europaweit die älteste ist). Im 19. Jahrhundert fand dann der Schulunterricht in Wales komplett in englischer Sprache statt, und in manchen Schulen mussten Kinder sogar ein Holzschild mit den Buchstaben WN (Walisisch nicht) um den Hals tragen, wenn sie dabei erwischt wurden, Walisisch zu sprechen.

Heute ist Walisisch eine Sprache, die von ungefähr 899.500 Leuten gesprochen wird, was ungefähr 29,7 % der Bevölkerung des Landes entspricht. Die Arbeit von Wyn als Bardd Plant Cymru besteht darin, durch das Land zu reisen und Kindern Literatur und die ausdrucksstarke Kraft näherzubringen, die dem kreativen Schreiben innewohnt. Dabei engagiert sie sich gleichzeitig für den Erhalt einer Sprache, die vom Aussterben bedroht ist.

Diese Arbeit ist eine längere Lektion über Minderheitensprachen. Jede Sprache hat ihre eigene Philosophie, einen Baukasten, aus dem sich ihre Sprecher*innen bedienen, um ihr Selbstverständnis zu formulieren und mit den Menschen um sie herum zu kommunizieren. Dabei ist es nicht überraschend, dass Sprache immer untrennbar mit der jeweils vorherrschenden Politik verbunden war. Sie diente gleichsam als Mittel der Macht und des Widerstands.

Wir sehen das in Wales, wo die Präsenz der linguistisch dominantesten Nation nebenan mit Wyns Worten dem Walisischen „eine Zerbrechlichkeit verliehen hat, die walisische Dichter*innen und Künstler*innen als Vehikel für authentische Kraft und Auflehnung nutzen“. Wir sehen es in der Türkei, wo es bis 1991 illegal war, Kurdisch zu sprechen und es in den Schulen immer noch kein Recht auf Unterricht in der Muttersprache gibt. Wir sehen es in Tibet, wo die chinesische Regierung eine Reihe von Maßnahmen eingeführt hat, um Chinesisch zur vorherrschenden Sprache in tibetischen Schulen zu machen. Und die Liste geht noch weiter.

Wyn ist ein glänzendes Beispiel für die Arbeit in Minderheitengemeinschaften, mit der dafür gesorgt wird, dass einheimische Sprachen nicht nur überleben, sondern aufleben. „Als Person, die sich eng mit ihren walisischen Wurzeln identifiziert, habe ich festgestellt, dass ich durch die walisische Brille und das ererbte Vokabular die Welt anders begreife“, erläutert Wyn. „Ich versuche, unsere Unterschiede zu begreifen, indem ich Dinge erschaffe, die schön sind, die wertvoll sind, die inklusiv sind, die das Leben mit all seinen komplizierten Facetten feiern. Das ist es, was meine Arbeit inspiriert. Die Würdigung der kleinen Dingen im Leben, die von außerhalb betrachtet vielleicht unwichtig erscheinen, macht – zumindest für mich – den Kern der Dichtkunst aus.“

Mary Cleary stammt aus New York und ist in London ansässig. Sie arbeitet als Beauty-Redakteurin bei der Designzeitschrift Wallpaper* Magazine.

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